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Oma und Enkel schaffen abstrakte Kunst

Ausstellung Noch bis Sonntag zeigen Jonathan und Antje Schlaud in Niederzissen ihre Werke

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Niederzissen. Zwei Künstler, zwei Medien, zwei Generationen: Unter dem Titel „Lichtblicke und Sirenen“ sind in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen derzeit lichtmalerische Fotografien von Jonathan Schlaud und expressive Malereien von Antje Schlaud zu sehen.

Das Besondere: Bei den Ausstellenden handelt es sich um Enkel und Großmutter. Der erst sechsjährige Jonathan leidet an der Erbkrankheit Fragiles-X-Syndrom, die mit Entwicklungsverzögerung, autistischer Verhaltensweise, Hyperaktivität und Hypotonie der Muskeln einhergeht.

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Die Malerin Antje Schlaud und ihr Enkel Jonathan zeigen derzeit in Niederzissen eine gemeinsame Kunstausstellung. Foto: Petra Ochs

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Schüler bringen Synagoge zum Klingen

Veranstaltung Abschluss der zweiten Ahrweiler Freiheitswochen in Niederzissen

Niederzissen. Mit einem hochwertigen Konzert in der ehemaligen Synagoge Niederzissen haben Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler die zweiten Ahrweiler Freiheitswochen für den Bereich des Brohltals beendet. Wie die jungen Menschen sich musikalisch dem Thema „Freiheit und Musik“ näherten, machte die Leiterin des Konzertes, Hella Wallbaum, mit dem Blick auf die Komponisten und deren Gestaltungsfreiheit beim Aneinanderfügen von Noten deutlich – eine beachtliche Sichtweite des Themas Freiheit.

Das Thema „Freiheit und Toleranz“ griff der Vorsitzende des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, auf. Er machte deutlich, dass die ehemalige Synagoge ganz besonders für ein solches Event geeignet sei. Denn an dem Ort, an dem das jüdische Leben in Unfreiheit und Vernichtung endete, werde heute die Begegnung und das friedliche Miteinander gepflegt. Das gehe am besten mit Musik, die keine Grenzen kennt.

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Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler setzten im Brohltal den Schlusspunkt unter die zweiten Freiheitswochen. Foto: Gisela Reichrath

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Bekenntnis: Jeder ist anders und alle sind gleich

Projekte Realschule plus in Niederzissen beteiligte sich an Ahrweiler Freiheitswochen

Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Mit beeindruckenden Projekten beteiligt sich die Realschule plus in Niederzissen erneut an den Ahrweiler Freiheitswochen. Bei der Präsentation der Arbeiten in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte ehemalige Synagoge erfuhren Schüler, Lehrpersonen und Betreuungskräfte viel Lob für ihren Ideenreichtum, ihre Kreativität und die blitzsaubere Ausführung der verschiedenen Arbeiten, denen ein Gedanke gemeinsam ist: die Länder und Kontinente übergreifende Bedeutung von Freiheit und Toleranz.

„Jeder ist anders, alle sind gleich“ heißt es auf zwei überdimensionalen, einander zugewandten Händen, die als Blickfang in der Mitte des Raumes stehen. Die zehn Finger stellen Menschen dar, die ihrem Aussehen nach auf allen fünf Kontinenten beheimatet sind. Die Botschaft: Menschen unterschiedlicher Nationen und Ethnien gehen friedlich und tolerant aufeinander zu, und sie reichen sich die Hände. „Wir haben auf Anregung der Schüler für die jeweils fünf Finger die Farben der olympischen Ringe als Symbol für eine Grenzen übergreifende Idee gewählt“, erklärte Margret Kreyer, die Leiterin der Nachmittagsbetreuung in der Realschule plus.

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Im Beisein zahlreicher Gäste stellten die Mädchen und Jungen der Realschule plus in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen ihre Projektarbeiten im Rahmen der zweiten Ahrweiler Freiheitswochen vor. Foto: Hans-Willi Kempenich

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Wenn die Klarinette singt und das Akkordeon tanzt

Konzert Trio Klezmers Techter und Sängerin Laura Heinz gastierten in ehemaliger Synagoge

Niederzissen. Temperamentvoll, melancholisch, mit Herzblut und Lebensfreude pur, so resümierte der Vorsitzende des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, das inzwischen dritte Konzert des Trios Klezmers Techter, das jetzt mit einer Sängerin als Quartett in der ehemaligen Synagoge Niederzissen aufgetreten ist. Dieses Fazit zogen auch die Besucher des ausverkauften Konzertes mit Gabriele Kaufmann (Klarinetten), Nina Hacker (Kontrabass), Almut Schwab (Akkordeon, Hackbrett) sowie Laura Heinz (Gesang).

Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik, faszinierend und facettenreich, spannten Klezmers Techter einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmütiger Sehnsucht. Vor zwei Jahren noch als Trio hatten sie versprochen, beim nächsten Konzert mit einer Sängerin aufzutreten. Laura Heinz, ehemals Stipendiatin der rheinland-pfälzischen Stiftung Villa Musica, bereicherte das Ensemble mit ihrer hellen und klaren Stimme, die besonders beim Lied „Bei mir bistu shein“ – „Bei mir bist du schön“ zum Ausdruck kam. Dieses 1932 von Shalom Secunda (1894–1974) komponierte und von Jacob Jacobs (1840–1977) für das jiddische Musical „Meh ken leben nor men lost nit“ (Man konnte leben, aber sie lassen uns nicht) geschriebene Lied ist inzwischen ein Evergreen und wurde von einigen Konzertbesuchern mitgesungen.

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Musik zwischen unbändiger Lebensfreude und wehmütiger Sehnsucht brachten Klezmers Techter und Laura Heinz mit nach Niederzissen. Foto: Richard Keuler

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