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Kempenicher zu Besuch in der Synagoge

Niederzissen/Kempenich.Tora und Talmud, Pessach-Fest und koscheres Essen: Die jüdische Religion stand im Mittelpunkt beim von der Kirchenscheune Kempenich organisierten Besuch der ehemaligen Synagoge Niederzissen.Eine 25-köpfige Gruppe, zu der auch Pfarrer Thorsten Hertel, Pfarrer i.R. Joachim Keden und Konfirmanden der evangelischen Gemeinde Adenau gehörten, hatte am Samstag, 7. März Gelegenheit, viel Wissenswertes über die jüdische Kultur zu erfahren.

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Vor der Synagoge erfuhren die Besucher aus Kempenich Wissenswertes über die Geschichte des Gebäudes.

Ortshistoriker Richard Keuler, als Gründer des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins und ehemaliger Bürgermeister wesentlich an der Restaurierung beteiligt, gab den Besuchern eine Einführung in Geschichte und Architektur des Gebäudes. In verschiedenen Gruppen beschäftigten sich die Gäste dann mit jüdischer Zeitrechnung, religiösen Festen und Speisegesetzen. Ausführlich widmete sich eine Arbeitsgruppe auch dem Schicksal der jüdischen Mitbürger unter der Herrschaft der Nationalsozialisten. Unterstützt wurden die Workshops von Gisela Reichrath, die zur Entstehung des Buches „Zeugnisse jüdischen Lebens in Niederzissen“ beigetragen hat, und Lehrerin Brigitte Decker. Sie hatte auch das Konzept für die verschiedenen Gruppen erstellt. Gemeinsam erarbeiteten sich die Besucher dann neue Erkenntnisse. Hilfreich waren dabei die zahlreichen Dokumentationen und Erklärungen, die in der zur Erinnerungsstätte und Begegnungsraum umgebauten ehemaligen Synagoge ausgestellt sind. Zur Sammlung gehören historische Pergamente, Blätter von Torarollen, Textilien wie Toramantel, Beutel für Tefillin (Gebetsriemen) und weitere Ritualobjekte, die auf dem Dachboden des Gebäudes gefunden worden waren. Die ehemalige Niederzissener Synagoge wurde 1841 von der jüdischen Gemeinde errichtetet, 1938 durch die Nationalsozialisten geschändet, entweiht und danach über 70 Jahre als Schmiede genutzt. Seit März 2012 steht sie der Öffentlichkeit wieder offen.

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Mit den jüdischen Speisegesetzen beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Gisela Reichrath. Fotos: privat

Nach einem koscheren Imbiss - weißes Sabbatbrot, Hummus und süßes Gebäck gehörten dazu - besuchte die Gruppe dann noch den jüdischen Friedhof in Niederzissen und das Grab der dort beerdigten Henriette Kempenich.

Sie war die Ehefrau des 1942 im Konzentrationslager Treblinka ermordeten Josef Kempenich, der in Kempenich bis zu seiner Deportation eine Metzgerei betrieben hatte.

Olbrück Rundschau 18.3.2015

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