Konzert der Extraklasse in ehem. Synagoge Niederzissen

Klezmers Techter überzeugten und begeisterten erneut

Niederzissen.  Fröhlich und melancholisch, voll Lebensfreude und Herzblut, so ist das Resümee der Besucher des Klezmerkonzertes in der ehem. Synagoge Niederzissen. Vor zwei Jahren hatten die drei Damen, Gabriele Kaufmann (Klarinette und Bassklarinette), Almut Schwab (Akkordeon, Flöten und Hackbrett) sowie Nina Hacker (Kontrabass) versprochen, erneut ein Konzert in der ehrwürdigen, dafür besonders geeigneten ehem. Synagoge zu geben. Und, sie haben nicht zu viel versprochen. Von freien Improvisationen bis hin zu traditionellen Interpretationen jiddischer Musik, faszinierend und facettenreich spannten KLEZMERS TECHTER einen Bogen von unbändiger Lebensfreude bis hin zu wehmütiger Sehnsucht, und das mit ihrem eigenen Stil.

So spürten die Zuhörer das Augenzwinkern Rabbi Machmanns im Spiel mit dem Zimbalon, das nach Aussage Almut Schwabs bedeutend für die Klezmermusik ist. Die Begleitung mit tiefen Basstönen, verstärkte das eindrucksvolle Spiel. Im Stück „Die Nachtigallen – Alles Leben ist in Gottes Hand“ übernahm die Piccoloflöte die Stimmführung und ließ die Nachtigallen vor dem geistigen Auge der Zuhörer ihren Gesang trällern.

Spritzig, feurig, die Wirkung des Alkohols spürend, setzen die drei Interpretinnen beim Stück „Viel Glück“ gekonnt nach der Devise in Szene, dass Alkohol ausdrücklich zum Glück, besonders an Karneval, erlaubt sei. Die Gestaltung des Konzertes spannte weitere Bögen mit Querschnitten durch moderne und alte Klezmermusik. So auch von einer andächtig beginnenden Hochzeit mit der Verhüllung der Braut durch den Bräutigam und dem unter dem Baldachin dabei anwesenden Rabbi. Mit zwei feinen, nicht jiddischen Musikstücken, machten die Musikerinnen zur Freude der Zuhörer einen sehr melancholischen Abstecher zur Musik des spanischen Komponisten Manuel de Faya. 1876 in Cadiz geboren und 1946 in Argentinien verstorben, war er einer der großen spanischen Komponisten, der die heimische Volksmusik liebte und schließlich über einen opulenten Impressionismus zu einem spröden klassizistischen Musikstil gelang.

Das fast zweistündige Konzert endete nicht ohne Zugaben und der Zusage, im April 2017 wieder ein Konzert in Niederzissen, ergänzt um eine Sängerin, zu geben. Zum Abschluss machte der Vorsitzende Richard Keuler auf die nächsten Veranstaltungen aufmerksam. Am Donnerstag, 14. Mai 2015, 17.00 Uhr, findet zu einem interessanten zeitgeschichtlichen und hoch aktuellen Thema ein Vortrag von Privatdozent Dr. Jürgen Nelles vom Institut für Germanistik der Universität Bonn über "Brennende Bücher vor und nach 1933 – zur 'Tradition' einer kulturellen Barbarei in Literatur und Wirklichkeit" statt. Insbesondere empfahl er, für das Klezmerkonzert mit der Gruppe Sher on a Shier am 30.5., 20.00 Uhr, rechtzeitig Karten unter Tel. 02636-6482 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu reservieren.

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