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Musikschüler spielen zur Freiheit auf

Konzert 30 Jugendliche zeigen beachtliche Vielfalt in ehemaliger Synagoge

Niederzissen. An das Thema Freiheit kann man auf verschiedene Weise herangehen – auch musikalisch. Wie das geht, zeigten rund 30 Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler mit ihren Lehrern bei einem Konzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Damit war das zu einer Erinne-rungs- und Begegnungsstätte ausgebaute ehemalige jüdische Gotteshaus am Wochenende Austragungsort für gleich zwei Veranstaltungen im Rahmen der Ahrweiler Freiheitswochen. Denn noch tags zuvor hatte die Realschule plus dort ihr Projekt „Fesseln sprengen“ präsentiert. Das Melodienspektrum der Musikschüler umfasste den breiten Bereich von der Klassik bis zum Volkslied, von der Nationalhymne bis zum Kinderlied. Und in allen wurde der Freiheitsgedanke gepflegt – mitunter sehr direkt, spätestens aber in der Deutung. Das Prelude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier, heute bekannt als Eurovisionsmelodie, bildete die Ouvertüre, gleichsam ein Appell an das geeinte Europa wie die „Ode an die Freude“, Ludwig van Beethovens berühmte 9. Symphonie und offizielle Europahymne. „Die Gedanken sind frei“ war schon im 19. Jahrhundert eine berechtigte Forderung. Und dass die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sein muss, vermutet Reinhard Mey nicht allein. „Zu sein ein freies Volk in unserem Land“, heißt es in „Hatikvah“, der Nationalhymne Israels. Und auch die Franzosen rufen in ihrer mächtigen Marseillaise zur Verteidigung der Freiheit auf.

musikschule 2016

Die Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler bewiesen bei ihrem Freiheitskonzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen schon ein beachtliches musikalisches Können und überraschten mit einer breiten Programmvielfalt. Foto: Hans-Willi Kempenich

Zu einem Freigeist schlechthin sei Pippi Langstrumpf von Astrid Lindgren gemacht worden, fand Hella Wallbaum, die Leiterin der Musikschule, die locker und humorvoll durch das umfangreiche und vielfältige Programm führte. Also stand auch „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“, als Klarinettenstück auf dem Programm. Den vielen Zuhörern in der früheren Synagoge hat's ausgezeichnet gefallen, wie der Applaus nach den Einzeldarbietungen und erst recht am Schluss für die gesamte Veranstaltung zeigte. Um allen Musikbegeisterten einen Sitzplatz anbieten zu können, mussten zuvor sogar noch zusätzliche Stühle herangebracht werden. hwk

Rhein-Zeitung Kreis Ahrweiler vom Mittwoch, 9. März 2016, Seite 24

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