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Bekenntnis: Jeder ist anders und alle sind gleich

Projekte Realschule plus in Niederzissen beteiligte sich an Ahrweiler Freiheitswochen

Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Mit beeindruckenden Projekten beteiligt sich die Realschule plus in Niederzissen erneut an den Ahrweiler Freiheitswochen. Bei der Präsentation der Arbeiten in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte ehemalige Synagoge erfuhren Schüler, Lehrpersonen und Betreuungskräfte viel Lob für ihren Ideenreichtum, ihre Kreativität und die blitzsaubere Ausführung der verschiedenen Arbeiten, denen ein Gedanke gemeinsam ist: die Länder und Kontinente übergreifende Bedeutung von Freiheit und Toleranz.

„Jeder ist anders, alle sind gleich“ heißt es auf zwei überdimensionalen, einander zugewandten Händen, die als Blickfang in der Mitte des Raumes stehen. Die zehn Finger stellen Menschen dar, die ihrem Aussehen nach auf allen fünf Kontinenten beheimatet sind. Die Botschaft: Menschen unterschiedlicher Nationen und Ethnien gehen friedlich und tolerant aufeinander zu, und sie reichen sich die Hände. „Wir haben auf Anregung der Schüler für die jeweils fünf Finger die Farben der olympischen Ringe als Symbol für eine Grenzen übergreifende Idee gewählt“, erklärte Margret Kreyer, die Leiterin der Nachmittagsbetreuung in der Realschule plus.

realschule plus

Im Beisein zahlreicher Gäste stellten die Mädchen und Jungen der Realschule plus in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen ihre Projektarbeiten im Rahmen der zweiten Ahrweiler Freiheitswochen vor. Foto: Hans-Willi Kempenich

Auch dieser Gruppe gehören Schüler aus unterschiedlichen Ländern an, die teilweise als Flüchtlinge nach Deutschland kamen und sich jetzt mit Freude an den Projekten beteiligten. Denn: „Jeder ist anders – das macht unsere Erde bunt. Und alle sind gleich – wir wollen auf dieser Erde friedlich zusammenleben.“

Den Blick weiten wollen Zehntklässler. Eine große Anzahl von Brillen soll hierbei ins Thema helfen, das da heißt: „Mit anderen Augen sehen.“ Einige Mädchen und Jungen entwickelten Collagen, die wiederum durch vorangestellte Brillen betrachtet werden sollen. Sie können verzerren oder spiegeln sowie den Ausschnitt schemenhaft oder unscharf erscheinen lassen. Der eigene Blick kann also getrübt sein, es bieten sich jedoch Möglichkeiten für alternative Betrachtungsweisen. Die zahlreichen Brillen hatte Franz Müller, Inhaber des benachbarten Optikergeschäftes, zur Verfügung gestellt. „Ein Teil des Ganzen“ war das Thema der Klasse neun in Form eines Gemeinschaftspuzzles. Dessen Aussage: Das Gesamte kann seine volle Wirkung nur entwickeln, wenn alle Teile eingefügt sind.

Richard Keuler, der mit dem Kultur- und Heimatverein die ehemalige Synagoge bewirtschaftet, begrüßte die Schüler mit ihren Begleitern sowie interessierte Gäste. „Gerade dieses Haus ist mit seiner Geschichte für eine solche Veranstaltung prädestiniert“, sagte er. „Denn das Wort Toleranz kam im Wortschatz der Nazis nicht vor.“

Kreisbeigeordneter Horst Gies, Vorsitzender des Fördervereins Ahrweiler Freiheitswochen, zeigte sich „beeindruckt von dem, was die Schüler auf die Beine gestellt haben.“ Er verriet schon vorab, dass die Brohltaler mit ihrem Projekt zu Preisträgern beim Wettbewerb im Rahmen der Freiheitswochen zählen. Die Siegerehrung findet am kommenden Sonntag statt.

„Idee trifft Zeitgeist“, meinte Brohltal-Bürgermeister Johannes Bell und wies in seinem Grußwort auf die Aktualität hin, die vielerorts die Freiheit beschneidet. Der Integrationsgedanke rücke an der Realschule plus zunehmend ins Blickfeld, sagte Rektor Timo Djelassi. Er bedankte sich bei Lehrerin Kati Volkert, die er als treibende Kraft des gesamten Projektes bezeichnete und die gemeinsam mit Gemeindereferent Rainer Schönhofen die Entstehungsgeschichte der Arbeiten und die dahinter versteckten Intentionen dem Publikum ausführlich darlegte.

Rhein-Zeitung Kreis Ahrweiler vom Donnerstag, 16. März 2017, Seite 18

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