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Great Spirit Singers in Niederzissen

Ein Konzert zum Nachdenken in ehemaliger Synagoge

Niederzissen. Der Lauf des Lebens und die sich schnell ändernden Zeiten sind kein Grund schwarz zu sehen, da sich immer wieder neue Wege aufzeigen. Das ist die klare und aufmunternde Botschaft der Sinziger Chor Band „Great Spirit Singers“ die jetzt erstmals in der ehemaligen Synagoge Niederzissen gastierte. Bei dem gut besuchten Konzert erlebten die Besucher eine Mischung aus groovigem Jazz-Pop, Ethno und dreistimmigem Satzgesang, den Herbert Moizisch stets zu Beginn eines jeden Stückes einfühlsamen erläuterte. So begannen die fünf Musiker mit dem Song „Cherubim“, dessen Text aus der jüdischen Kabbala stammt und Gott der Heerscharen preist. Es war eine erste Reminiszenz an das einstige jüdische Gotteshaus. Im weiteren Verlauf des Konzertes standen die Instrumentalisten Herbert Moizisch und Arman Moizisch mit ihren Gitarren im ständigen Wechsel der Stimmführung mit dem feinfühlig am Schlagzeug agierenden Baldur Moizisch und den Sängerinnen Dr. Ingrid Stamm-Kloft und Rosemarie Moizisch. Und immer wieder drehten sich die Texte und die Musik um das Thema Mutter Erde, das den Musikern besonders am Herzen liegt und ihnen bereits bei den Proben gut tut, wie Herbert Moizisch verriet. Dies zeigte sich besonders im Lied „You are the power in everyone“. Aber auch die gesungen Gebete „Mensch, Mutter Erde, was haben sie dir angetan“ oder das wohl älteste überlieferte Mariengebet „Ave maris stella“ aus dem Jahr 350 nach Christus, ließen die Besucher nachdenklich sich im Rhythmus der Musik hin und her wiegen.

Die Great Spirit Singers mit (von links nach rechts) Herbert Moizisch, Dr. Ingrid Stamm-Kloft, Rosemarie, Baldur und Arman Moizisch beim Konzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Foto: Heimatverein

Im zweiten Teil des Konzertes ließen sich die begeisterten Zuhörer gern zum Mitmachen anregen und sangen Refrains im Takt klatschend mit. Doch zuvor, bei dem Lied „Sterne geboren – alles kommt aus dem All“, wie Herbert Moizisch erklärte, und besonders beim Lied „Freunde der Erde – Das sind wir alle“, zeigen sich die klaren Stimmen der Solistinnen. Beim Song „Was ist Wirklichkeit“, diese Frage stellt sich im Zeitalter von Fakenews und anderen weltweiten Irritationen, unterstrich Arman Moizisch mit seinem Gitarrensoli sein Können, das er auch als Gitarrenlehrer an seine Schüler weitergibt. Mit einem Kinderlied aus Simbabwe, „Frohlocket“, denn nachdem die Bäume gepflanzt sind, kommen die Vögel wieder und alles Leben, schlugen die Musiker den Bogen nach Afrika, einem bedrohten Kontinent. Ein Höhepunkt des mit hochwertigen Texten und darauf abgestimmter Musik gespickten Konzertes war das gemeinsam gesungene Lied „Bau ein Stück am Frieden der Welt“. Dies nahm auch der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen Richard Keuler in seinen Dankworten auf und bezeichnete es als passend für die ehem. Synagoge, die wie kein anderes Symbol dafür steht, die Welt ein wenig friedlicher zu machen. Die Besucher aus aller Welt, die vor wenigen Tagen am Heimatort ihrer jüdischen Vorfahren waren, geben ein eindrucksvolles Zeugnis davon. Das Konzert endete unter großem Beifall mit dem Lied „Wachse weiter…“ und schloss damit den Reigen eindrucksvoller Liedvorträge und gleichzeitig den Reigen der diesjährigen Konzerte in der ehem. Synagoge Niederzissen.

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