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Der Mann, der die Synagoge rockt

Blues-Pianist Thomas Scheytt gibt überzeugende Vorstellung

 

Niederzissen. Begeistert feierten die Zuhörer den Solopianisten Thomas Scheytt während und am Ende seines Konzertes in der ehem. Synagoge Niederzissen. Der aus den „Südstaaten“ Deutschland, in Freiburg im Breisgau lebende Solopianist, gilt als einer der „schwärzesten“ Boogie- und Bluespianisten weißer Hautfarbe. Das spürten die Besucher des Konzertes bereits beim ersten Blues, den Scheytt selbst als eigene Improvisation mit dem Titel „Frühlingsabend in der ehemaligen Synagoge Niederzissen“ ankündigte und gleich sein Können mit eindrucksvollem Spiel unter Beweis stellte. Dies setzte sich mit dem „Mecca Flat Blues“ von Albert Ammons fort und steigerte sich mit dem „Flying Fingers Boogie“, einer eigenen Bearbeitung.

Mit launigen Worten und Geschichten aus seinem langen Berufsleben, als Pfarrerssohn und Kirchenmusiker in jungen Jahren und heute noch begeisterter Orgelspieler, führte er jeweils in die Werke ein und steigerte damit den Hörgenuss. Mit „Out of the dark“ „Raus aus dem Dunkel“, beschrieb Scheytt musikalisch den Sonnenaufgang und entlockte dem Klavier Orgeltöne, wie es wohl die wenigsten Konzertbesucher zuvor gehört hatten. Und immer wieder Boogie Woogie, die Musik, die am Klavier entstanden ist und durch begnadete Musiker und Sänger, wie Albert Ammons und Ray Charles, um den ganzen Globus getragen wurde. Thomas Scheytt hat sich dieser Musik verschrieben und der Funke sprang immer wieder auf seine faszinierten Zuhörer über, ob als energiegeladener „Karussell-Ragtime“, Blues oder Boogie Woogie.  Es scheint, dass die Musik seinen ganzen Körper durchdringt. Er spielte ohne Noten, teils mit geschlossenen Augen und am ganzen Körper vibrierend.

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Thomas Scheytt gibt mit „tanzendem“ Klavier und vollem Körpereinsatz ein eindrucksvolles Konzert in der ehem. Synagoge Niederzissen. Foto: Kultur- und Heimatverein

Im Gegensatz zu vielen Boogie-Pianisten, die mit besonders schnellen Stücken überzeugen wollen, zeigt Thomas Scheytt gerade in langsameren Bluesstücken seine ausgereifte Spielkultur, sein ungewöhnliches Feeling und erweist er sich als hervorragender Blues- und Boogie-Komponist. Sollte sich noch ein Besucher zurückgehalten haben, so war dies mit „Put your hand in your hand“ endgültig vorbei, als die Zuhörer gemeinsam mit dem Pianisten laut sangen und dabei rhythmisch klatschten. Das Fazit der Besucher des fast zweistündigen Konzertes war eindeutig, Thomas Scheytt erreicht mit seinem Spiel nicht nur die amerikanischen Vorbilder, sondern interpretiert die Musik mit eigenen Kompositionen auf unvergleichliche Weise und mit vollem Körpereinsatz.

Dies nahm Richard Keuler, Vorsitzender des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins in seinen Dankesworten auf, freute sich mit den Besuchern über das einzigartige Konzert, mit dem die Fülle der Möglichkeiten gezeigt werden konnte, die die ehem. Synagoge Niederzissen als Veranstaltungsort bietet und entlockte Thomas Scheytt die Zusage für ein weiteres Konzert in zwei Jahren.

Zudem wies er auf die nächsten Konzerte hin, die ein Spiegelbild der Bandbreite und kulturellen Möglichkeiten sind. Am Samstag, 1. Juni, 19.00 Uhr, „Oboe virtuos“,  Konzert der Villa Musica mit Prof. Kai Frömbgen, Oboe, und drei Stipendiaten der Villa Musica. Eintritt 16 EUR, am Samstag, 6. Juli, 19.00 Uhr, Klezmerkonzert mit dem DUO ADAFINA. Eintritt ebenfalls 16 EUR und am Samstag, 17. 8., 19.00 Uhr, Saxofon Solokonzert mit Joachim Gies, ein Magier der Klänge. Eintritt 10 EUR. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr. Kartenreservierungen beim Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V., Tel.: 02636-6482 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wären von Vorteil. Weitere Infos unter www.ehem-synagoge-niederzissen.de

 

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