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Malerei und Fotografie in einer Ausstellung

Kunst Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann zeigen ihre Werke in Niederzissen

Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Intensiv und ausdrucksstark sind die Bilder, die seit Samstag in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen ausgestellt sind. Und dennoch entstammen sie zwei völlig verschiedenen Kunstrichtungen: der Malerei und der Fotografie. „Pinsel und Linse“ ist demnach der Titel der Ausstellung, in der Werke von Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann zu sehen sind.

Die Malerin stammt aus Weibern und lebt seit 1984 in Niederzissen. Beim jungen Fotografen war der Lebensweg gegenläufig. Er ist ein gebürtiger Niederzissener, der inzwischen in Sinzig wohnt. Dort hatten sich die beiden Kunstschaffenden bei der Art-Ahr im vergangenen Jahr auch kennengelernt und dabei erste Pläne für die gemeinsame Ausstellung in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte in Niederzissen geschmiedet. Was Ortsbürgermeister Rolf Hans bei der Vernissage ausdrücklich begrüßte: „Ich bin froh und dankbar, dass sich die beiden Künstler für ein Gebäude entschieden haben, das für Geschichte und Kultur steht.“

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Zwei Künstler aus dem Brohltal mit unterschiedlichen Schaffensrichtungen zeigen in der ehemaligen Synagoge ihre Arbeiten: Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann. Foto: Hans-Willi Kempenich

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Kultur- und Heimatgeschichte statt wandern in Niederzissen

Eifelverein Bad Breisig besichtigte Synagoge und jüdischen Friedhof

Niederzissen/Bad Breisig. Statt einer Fußwanderung durch die schöne Brohltallandschaft weilte jetzt eine Gruppe des Eifelvereins Bad Breisig auf den Spuren jüdischen Lebens in Niederzissen. Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, begrüßte die Teilnehmer der Exkursion vor der ehemaligen Synagoge und erläuterte in deren Innerem zum einen die Geschichte des Gebäudes, das in diesem Jahr 175 Jahre alt wird, und zum anderen das Leben der einst großen jüdischen Gemeinde, die 1942 durch die Gräueltaten der Nazis endete. Mit großem Interesse und überrascht über die Aussagen und Wirkung des jüdischen Museums im ehemaligen Werkstattanbau lauschten die Besucher den Ausführungen Keulers, der zahlreiche Detailfragen beantworten konnte. Die anschließende „Wanderung“ zum jüdischen Friedhof führte durch die Mittel- und Oberdorfstraße mit entsprechenden Zwischenstopps an historischen Gebäuden und Denkmalen, wie der St. Germanus Pfarrkirche, dem Zehnthof, der Kaiserlinde, einigen Fachwerkhäusern und dem Sauerbrunnen. Nach der ausführlichen Besichtigung des jüdischen Friedhofs mit seinen über 90 Grabsteinen und Gräbern endete der kulturhistorische Teil des interessanten Nachmittages.

Olbrück Rundschau Nr. 16/2016, Seite 40

eifelverein bad breisig

Richard Keuler (4.v.l.), begrüßte die Wandergruppe des Eifelvereins Bad Breisig vor der ehem. Synagoge und gab dort erste Erläuterungen zur Geschichte und dem Umfeld des Gebäudes. Foto: privat

Hintergründiges Kabarett mit Hans Georgi

Veranstaltung Vergnüglich-nachdenklicher Abend mit Texten und Figuren von Erich Kästner

Niederzissen. Erich Kästner kennen viele als Autor von Geschichten wie dem „Fliegenden Klassenzimmer“, „Pünktchen und Anton“ oder „Emil und die Detektive“. Doch dass der 1899 in ärmlichen Verhältnissen bei Dresden geborene Schriftsteller viel mehr gemacht hat, als Kinderbücher zu schreiben, ist wenigen bekannt. Mit humorvollen und zugleich zeit- und gesellschaftskritischen Gedichten aus der Feder Erich Kästners führte der Kabarettist Hans Georgi jetzt durch einen zweistündigen Abend auf hohem Niveau in der voll besetzten ehemaligen Synagoge Niederzissen.

Hans Georgi erfüllte mit seinem Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“ die Erwartungen der Zuhörer und zeigte virtuos die andere Seite des Schriftstellers. Geübt und pointiert trug er mal singend, mal rezitierend Kästners Lyrik vor. Wehmütig, bisweilen fast schon traurig, aber auch heiter und melancholisch begibt sich Georgi mit den von ihm selbst vertonten Texten auf die Entdeckungsreise in ein Leben, das wie kein anderes von der deutschen Geschichte geprägt war. Kästner erlebte zwei Weltkriege und die von Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftskrise geprägte Weimarer Republik, was ihn zu der Aussage bewegte „Wir sollen Kinder fabrizieren zum Löhne senken und Krieg verlieren“. Er sah persönlich das Verbrennen seiner Bücher durch die Nazis und kommentierte schließlich als Autor und Kabarettist den Aufstieg der Bundesrepublik aus dem Trümmerchaos, über das Wirtschaftswunder bis zu seinem Tod 1974.

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Hans Georgi trat auch in der Rolle des von Erich Kästner erdachten Professor Bumke auf.

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Musikschüler spielen zur Freiheit auf

Konzert 30 Jugendliche zeigen beachtliche Vielfalt in ehemaliger Synagoge

Niederzissen. An das Thema Freiheit kann man auf verschiedene Weise herangehen – auch musikalisch. Wie das geht, zeigten rund 30 Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler mit ihren Lehrern bei einem Konzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Damit war das zu einer Erinne-rungs- und Begegnungsstätte ausgebaute ehemalige jüdische Gotteshaus am Wochenende Austragungsort für gleich zwei Veranstaltungen im Rahmen der Ahrweiler Freiheitswochen. Denn noch tags zuvor hatte die Realschule plus dort ihr Projekt „Fesseln sprengen“ präsentiert. Das Melodienspektrum der Musikschüler umfasste den breiten Bereich von der Klassik bis zum Volkslied, von der Nationalhymne bis zum Kinderlied. Und in allen wurde der Freiheitsgedanke gepflegt – mitunter sehr direkt, spätestens aber in der Deutung. Das Prelude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier, heute bekannt als Eurovisionsmelodie, bildete die Ouvertüre, gleichsam ein Appell an das geeinte Europa wie die „Ode an die Freude“, Ludwig van Beethovens berühmte 9. Symphonie und offizielle Europahymne. „Die Gedanken sind frei“ war schon im 19. Jahrhundert eine berechtigte Forderung. Und dass die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sein muss, vermutet Reinhard Mey nicht allein. „Zu sein ein freies Volk in unserem Land“, heißt es in „Hatikvah“, der Nationalhymne Israels. Und auch die Franzosen rufen in ihrer mächtigen Marseillaise zur Verteidigung der Freiheit auf.

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Die Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler bewiesen bei ihrem Freiheitskonzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen schon ein beachtliches musikalisches Können und überraschten mit einer breiten Programmvielfalt. Foto: Hans-Willi Kempenich

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