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Genussstunden brasilianischer Bossa Nova Musik

Musik Duo littleBOSSA in ehem. Synagoge Niederzissen

Niederzissen. Einen weiteren Höhepunkt im breit gefächerten Angebot des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins erlebten die Zuhörer mit einem eindrucksvollen Bossa Nova Konzert in der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Das aus Köln kommende Duo „littleBOSSA“ mit der Sängerin Rosa Enciso und dem Gitarristen Peter Heinschick verzauberten die Besucher mit der ursprünglichen Bossa Nova Musik, die als „neue Welle“ in den späten 1950 Jahren in Brasilien entstand und dort ihren Höhepunkt Ende der 1960 Jahre hatte.

Einfühlsam erläuterten die beiden Künstler die Entstehung der einzelnen Werke mit Geschichten über die Komponisten und Texter, um dann mit ihrem unverwechselbaren Stil die Lieder neu zu interpretieren. So steht wie kein anderer Antônio Carlos „Tom“ Jobim für den seinerzeit neuen Stil, der sich aus der entschleunigten Samba und Cool Jazz entwickelte. So war „A felicidade“ mit dem Text von Vinícius des Moraes gewissermaßen der Beginn einer neuen Musikrichtung. Beide hatten sich 1956 in einer Bar kennengelernt und im Verlauf ihres Musikerlebens viele unvergleichbare Werke geschaffen. Dabei standen die gesellschaftlichen Gegensätze Brasiliens, die Schönheit der Ipanema Rios und der Armenviertel der Favelas im Fokus der Musik, wie „Ele e carioca“, die Geschichte einer Frau, die nach Carioca kommt. Ein weiterer großer Bossa Nova Komponist war João Gilberto, dessen Rhythmusübungen „Bim Bom“ von 1958 die beiden Künstler eindrucksvoll vortrugen. Immer wieder erschienen Seitenhiebe auf die Samba, wie im Stück „O pato“ von de Moraes und Toquinho, indem es heißt, die Frauen würden beim Samba so tanzen, wie die Enten mit dem Hintern wackeln. Mit ihrer facettenreichen Stimme sang Rosa Enciso sich schnell in die Herzen der Zuhörer und mit dem einfühlsamen Gitarrenspiel von Peter Heinschick erklang die brasilianische Seele der Musik über Traurigkeit und Freude, gepaart mit der Akzeptanz des Lebens, so wie es ist. Dies erklang besonders im Stück „Tin Tin por Tin Tin“ von Barbosa und Jacques über zwei Menschen, die sich trennen und darüber weder weinen noch sich freuen können.

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Das Duo littleBOSSA mit Peter Heinsick und Rosa Enciso bei ihrem Konzert in der ehem. Synagoge Niederzissen.

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Malerei und Fotografie in einer Ausstellung

Kunst Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann zeigen ihre Werke in Niederzissen

Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Intensiv und ausdrucksstark sind die Bilder, die seit Samstag in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen ausgestellt sind. Und dennoch entstammen sie zwei völlig verschiedenen Kunstrichtungen: der Malerei und der Fotografie. „Pinsel und Linse“ ist demnach der Titel der Ausstellung, in der Werke von Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann zu sehen sind.

Die Malerin stammt aus Weibern und lebt seit 1984 in Niederzissen. Beim jungen Fotografen war der Lebensweg gegenläufig. Er ist ein gebürtiger Niederzissener, der inzwischen in Sinzig wohnt. Dort hatten sich die beiden Kunstschaffenden bei der Art-Ahr im vergangenen Jahr auch kennengelernt und dabei erste Pläne für die gemeinsame Ausstellung in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte in Niederzissen geschmiedet. Was Ortsbürgermeister Rolf Hans bei der Vernissage ausdrücklich begrüßte: „Ich bin froh und dankbar, dass sich die beiden Künstler für ein Gebäude entschieden haben, das für Geschichte und Kultur steht.“

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Zwei Künstler aus dem Brohltal mit unterschiedlichen Schaffensrichtungen zeigen in der ehemaligen Synagoge ihre Arbeiten: Klothilde Ackermann und Christian Fuhrmann. Foto: Hans-Willi Kempenich

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Kultur- und Heimatgeschichte statt wandern in Niederzissen

Eifelverein Bad Breisig besichtigte Synagoge und jüdischen Friedhof

Niederzissen/Bad Breisig. Statt einer Fußwanderung durch die schöne Brohltallandschaft weilte jetzt eine Gruppe des Eifelvereins Bad Breisig auf den Spuren jüdischen Lebens in Niederzissen. Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, begrüßte die Teilnehmer der Exkursion vor der ehemaligen Synagoge und erläuterte in deren Innerem zum einen die Geschichte des Gebäudes, das in diesem Jahr 175 Jahre alt wird, und zum anderen das Leben der einst großen jüdischen Gemeinde, die 1942 durch die Gräueltaten der Nazis endete. Mit großem Interesse und überrascht über die Aussagen und Wirkung des jüdischen Museums im ehemaligen Werkstattanbau lauschten die Besucher den Ausführungen Keulers, der zahlreiche Detailfragen beantworten konnte. Die anschließende „Wanderung“ zum jüdischen Friedhof führte durch die Mittel- und Oberdorfstraße mit entsprechenden Zwischenstopps an historischen Gebäuden und Denkmalen, wie der St. Germanus Pfarrkirche, dem Zehnthof, der Kaiserlinde, einigen Fachwerkhäusern und dem Sauerbrunnen. Nach der ausführlichen Besichtigung des jüdischen Friedhofs mit seinen über 90 Grabsteinen und Gräbern endete der kulturhistorische Teil des interessanten Nachmittages.

Olbrück Rundschau Nr. 16/2016, Seite 40

eifelverein bad breisig

Richard Keuler (4.v.l.), begrüßte die Wandergruppe des Eifelvereins Bad Breisig vor der ehem. Synagoge und gab dort erste Erläuterungen zur Geschichte und dem Umfeld des Gebäudes. Foto: privat

Hintergründiges Kabarett mit Hans Georgi

Veranstaltung Vergnüglich-nachdenklicher Abend mit Texten und Figuren von Erich Kästner

Niederzissen. Erich Kästner kennen viele als Autor von Geschichten wie dem „Fliegenden Klassenzimmer“, „Pünktchen und Anton“ oder „Emil und die Detektive“. Doch dass der 1899 in ärmlichen Verhältnissen bei Dresden geborene Schriftsteller viel mehr gemacht hat, als Kinderbücher zu schreiben, ist wenigen bekannt. Mit humorvollen und zugleich zeit- und gesellschaftskritischen Gedichten aus der Feder Erich Kästners führte der Kabarettist Hans Georgi jetzt durch einen zweistündigen Abend auf hohem Niveau in der voll besetzten ehemaligen Synagoge Niederzissen.

Hans Georgi erfüllte mit seinem Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“ die Erwartungen der Zuhörer und zeigte virtuos die andere Seite des Schriftstellers. Geübt und pointiert trug er mal singend, mal rezitierend Kästners Lyrik vor. Wehmütig, bisweilen fast schon traurig, aber auch heiter und melancholisch begibt sich Georgi mit den von ihm selbst vertonten Texten auf die Entdeckungsreise in ein Leben, das wie kein anderes von der deutschen Geschichte geprägt war. Kästner erlebte zwei Weltkriege und die von Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftskrise geprägte Weimarer Republik, was ihn zu der Aussage bewegte „Wir sollen Kinder fabrizieren zum Löhne senken und Krieg verlieren“. Er sah persönlich das Verbrennen seiner Bücher durch die Nazis und kommentierte schließlich als Autor und Kabarettist den Aufstieg der Bundesrepublik aus dem Trümmerchaos, über das Wirtschaftswunder bis zu seinem Tod 1974.

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Hans Georgi trat auch in der Rolle des von Erich Kästner erdachten Professor Bumke auf.

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