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Von der Klassik zur Moderne

Musikschüler imponierten erneut in Synagoge

Niederzissen. Mit einem erneut hochwertigen und leistungsstarken Konzert in der ehem. Synagoge Niederzissen beendeten 12 Schülerinnen und Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler die 3. Ahrweiler Freiheitswochen für den Bereich des Brohltals. Das diesjährige Thema „Freiheit und Toleranz im Miteinander der Generationen“ griff der Vorsitzende des Niederzissener Kultur- und Heimatvereins auf und machte deutlich, dass die ehem. Synagoge Niederzissen wie kein anderer Ort in der Verbandsgemeinde, für ein solches Event geeignet ist. So wird an den Ort, wo das jüdische Leben in Unfreiheit und Vernichtung endete, heute die Begegnung und das friedliche Miteinander gepflegt. Das zeigte sich tags zuvor bei der Präsentation der Ergebnisse des Projektes des Niederzissener Kindergartens Arche Noah und der Seniorenresidenz Villa Romantica und nun mit Musik, die keine Grenzen kennt.

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Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler mit ihren Lehrern und Organisatoren der Ahrweiler Freiheitswochen nach dem Konzert in der ehem. Synagoge Niederzissen.Foto: Kultur- und Heimatverein

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Wir sind Farben

 

Gemeinsames Projekt des Katholischen Kindergartens Arche Noah und der Seniorenresidenz Villa Romantica im Rahmen der

Ahrweiler Freiheitswochen

 

freiheiter

Geschichten aus Kasrilewke


Lesung über das einstige Leben der jüdischen Bevölkerung Osteuropas


Niederzissen. Einen humorvoll-heiteren Nachmittag erlebten jetzt die Besucher bei einer interessanten Lesung in der ehem. Synagoge Niederzissen. Schmunzelnd und lachend folgten sie den Geschichten aus Kasrilewke, die Gernot Jonas aus Andernach/Namedy, mal einfühlsam, mal selbst dabei lachend, vortrug. Wie kein anderer, weiß Gernot Jonas die von Sholem Alejchem verfassten Geschichten vorzutragen, die er selbst aus dem Jiddischen übersetzt hat. Mit den Kasrilewker Geschichten, die er teils auch in Jiddisch und mit russischen und hebräischen Begriffen vortrug, entführte er die Zuhörer in die Welt der „Kasriels“. Das sind, so formuliert es Alejchem, elende Schlucker, Habenichtse, Rumtreiber, Bettler und Hungerleider, die zugleich herzensgute und unkonventionelle, sowohl traditionsverhaftete, als auch abergläubische Menschen.

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"Da gibt es die Konfrontation mit goischen, nicht jüdischen russischen Autoritäten und Verwicklungen in allerhand Komplikationen und Schamützel. Sholem Alejchem beschreibt in seinen Büchern „Damals in Kasrilewke“ und „Panik im Schtetl“, wie die jüdische Bevölkerung in seiner Heimat im russischen Zarenreich Ende des 19. Jahrhunderts lebte und durch Geschick versuchte, zu überleben. Er machte sich mit seinen Geschichten selbst zum Teil der Welt, die er schildert. Aufgrund von Pogromen emigrierte er 1905 in die USA, kehrt aber 1907 enttäuscht zurück nach Europa, um 1914 erneut in die USA zu gehen, wo er gut ein Jahr später im jüdisch geprägten New York starb.

Einst für die jüdische Bevölkerung der USA geschrieben, damit sie das Leben der osteuropäischen Juden kennen lernen, steigerte sich die Beliebtheit seiner Werke weltweit. So erlebten die Besucher in der ehem. Synagoge Niederzissen, wie zum Beispiel der Schachspieler Rubin Rubinstein durch allerlei Wirrungen und Irrungen, Gerüchte und Mutmaßungen, ohne sein Zutun bis zum Zar geführt wurde oder der Makler Sholem- Schachne es nicht schaffte, pünktlich zum Pessachfest zu Hause zu sein, obwohl er telegrafiert hat, pünktlich zu sein mit der Betonung durch das Wort „zweifelsohne“, was ihm bei seiner Frau zum Verhängnis wurde.

In einem Zwiegespräch gemeinsam mit seiner Frau, setzte Jonas zum Ende des fast zweistündigen Programms mit der Geschichte um „ein Omelett wie bei den Reichen“ einen viel beklatschten Schlusspunkt.

Grundeinkommen für alle: Viele Infos in Niederzissen

Soziale Ausstellung zeigt, wie diese Idee in Namibia ein ganzes Dorf verändert hat

Von unserem Mitarbeiter Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Die Idee ist faszinierend, das daraus erwachsene Projekt beeindruckend: ein Grundeinkommen für alle, wobei dessen Bezug an keinerlei Bedingung geknüpft ist. In Otjivero-Omitara, einem Dorf in Namibia, wurde die Idee umgesetzt. Eine Fotoausstellung, die schon in zahlreichen deutschen Städten unterwegs war und jetzt in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen eröffnet wurde, bilanziert die Unternehmung und schürt gleichzeitig ein wenig Hoffnung.

„An manchen Tagen haben wir gar nichts zu essen, dann legen wir uns einfach so schlafen und stehen wieder auf, ohne zu essen“, sagte Emilia Garises, eine Frau aus Otjivero-Omitara, im Juli 2007. Fünf Jahre zuvor hatte eine namibische Regierungskommission ein Basic Income Grant (BIG), also ein steuerfinanziertes Grundeinkommen, vorgeschlagen. Eine breite Koalition aus Kirchen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Aids-Hilfe-Projekten und zwei Sozialforschungsinstituten bildete sich, um die Idee zu verwirklichen.

Doch die namibische Regierung konnte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Aber die BIG-Koalition handelte und beschloss ein zweijähriges Pilotprojekt in Otjivero-Omitara: Alle Einwohner unter 60 Jahre erhielten in den Jahren 2008 und 2009 ein bedingungsloses Grundeinkommen von 100 Namibiadollar pro Monat (etwa 10 Euro). Finanziert wurde das Projekt von kirchlichen Organisationen, Aktionsgruppen und Einzelpersonen.

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Die Vertreter der Bonner Initiative Grundeinkommen zusammen mit den Gastgebern aus dem Brohltal: Rolf Hans (von links), Richard Keuler, Ulrich Buchholz, Manfred Rubba, Gernot Reipen, Günter Pohl und Johannes Bell. Foto: Hans-Willi Kempenich

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