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Hintergründiges Kabarett mit Hans Georgi

Veranstaltung Vergnüglich-nachdenklicher Abend mit Texten und Figuren von Erich Kästner

Niederzissen. Erich Kästner kennen viele als Autor von Geschichten wie dem „Fliegenden Klassenzimmer“, „Pünktchen und Anton“ oder „Emil und die Detektive“. Doch dass der 1899 in ärmlichen Verhältnissen bei Dresden geborene Schriftsteller viel mehr gemacht hat, als Kinderbücher zu schreiben, ist wenigen bekannt. Mit humorvollen und zugleich zeit- und gesellschaftskritischen Gedichten aus der Feder Erich Kästners führte der Kabarettist Hans Georgi jetzt durch einen zweistündigen Abend auf hohem Niveau in der voll besetzten ehemaligen Synagoge Niederzissen.

Hans Georgi erfüllte mit seinem Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“ die Erwartungen der Zuhörer und zeigte virtuos die andere Seite des Schriftstellers. Geübt und pointiert trug er mal singend, mal rezitierend Kästners Lyrik vor. Wehmütig, bisweilen fast schon traurig, aber auch heiter und melancholisch begibt sich Georgi mit den von ihm selbst vertonten Texten auf die Entdeckungsreise in ein Leben, das wie kein anderes von der deutschen Geschichte geprägt war. Kästner erlebte zwei Weltkriege und die von Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftskrise geprägte Weimarer Republik, was ihn zu der Aussage bewegte „Wir sollen Kinder fabrizieren zum Löhne senken und Krieg verlieren“. Er sah persönlich das Verbrennen seiner Bücher durch die Nazis und kommentierte schließlich als Autor und Kabarettist den Aufstieg der Bundesrepublik aus dem Trümmerchaos, über das Wirtschaftswunder bis zu seinem Tod 1974.

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Hans Georgi trat auch in der Rolle des von Erich Kästner erdachten Professor Bumke auf.

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Musikschüler spielen zur Freiheit auf

Konzert 30 Jugendliche zeigen beachtliche Vielfalt in ehemaliger Synagoge

Niederzissen. An das Thema Freiheit kann man auf verschiedene Weise herangehen – auch musikalisch. Wie das geht, zeigten rund 30 Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler mit ihren Lehrern bei einem Konzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Damit war das zu einer Erinne-rungs- und Begegnungsstätte ausgebaute ehemalige jüdische Gotteshaus am Wochenende Austragungsort für gleich zwei Veranstaltungen im Rahmen der Ahrweiler Freiheitswochen. Denn noch tags zuvor hatte die Realschule plus dort ihr Projekt „Fesseln sprengen“ präsentiert. Das Melodienspektrum der Musikschüler umfasste den breiten Bereich von der Klassik bis zum Volkslied, von der Nationalhymne bis zum Kinderlied. Und in allen wurde der Freiheitsgedanke gepflegt – mitunter sehr direkt, spätestens aber in der Deutung. Das Prelude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier, heute bekannt als Eurovisionsmelodie, bildete die Ouvertüre, gleichsam ein Appell an das geeinte Europa wie die „Ode an die Freude“, Ludwig van Beethovens berühmte 9. Symphonie und offizielle Europahymne. „Die Gedanken sind frei“ war schon im 19. Jahrhundert eine berechtigte Forderung. Und dass die Freiheit über den Wolken wohl grenzenlos sein muss, vermutet Reinhard Mey nicht allein. „Zu sein ein freies Volk in unserem Land“, heißt es in „Hatikvah“, der Nationalhymne Israels. Und auch die Franzosen rufen in ihrer mächtigen Marseillaise zur Verteidigung der Freiheit auf.

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Die Schüler der Musikschule im Kreis Ahrweiler bewiesen bei ihrem Freiheitskonzert in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen schon ein beachtliches musikalisches Können und überraschten mit einer breiten Programmvielfalt. Foto: Hans-Willi Kempenich

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Alle Fesseln werden gesprengt

Veranstaltung Niederzissener Beitrag zur Ahrweiler Freiheitswoche

Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. In engen Fesseln, mit verbundenen Augen, verklebtem Mund und behängt mit zahlreichen Zeichen der Abhängigkeit und Unfreiheit steht ein „Mensch“ inmitten der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Doch einige Jugendliche sind bereit, ihm zu helfen: Sie zerschneiden seine Fesseln, lösen Augenbinde und Klebepflaster, entfernen die Symbole von Laster und Sucht und geben ihm damit seine Freiheit zurück. Zum Vorschein kommt eine Puppe mit hübschem Gesicht und freundlichen Augen – ein freier Mensch eben.

fesseln sprengen 

Noch beraten die Schüler, wie sie dem unfreien „Menschen“ helfen können, doch bald schon haben sie ihn entfesselt und von den Symbolen seiner Abhängigkeit befreit, Foto: Hans-Willi Kempenich

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Israelische Musikerinnen spielen in ehemaliger Synagoge

Konzert  Kultur- und Heimatverein begrüßte Stipendiatinnen der Landesstiftung Villa Musica – Ahrweiler Freiheitswoche kündigt sich an

Niederzissen. Einen musikalischen Hochgenuss bereiteten zwei junge israelische Musikerinnen den Besuchern des Konzertes in der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Die Geigerin Nitzan Bartana und die Cellistin Michal Beck kamen zum Aufbaustudium nach Deutschland und bewarben sich erfolgreich auch bei der Landesstiftung Villa Musica um ein Stipendium.

villa musica

Nitzan Bartana an der Geige und Michal Beck am Violoncello musizierte beim Konzert der Villa Musica in der ehemaligen Synagoge Niederzissen.

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