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Wir sind Farben

 

Gemeinsames Projekt des Katholischen Kindergartens Arche Noah und der Seniorenresidenz Villa Romantica im Rahmen der

Ahrweiler Freiheitswochen

 

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Geschichten aus Kasrilewke


Lesung über das einstige Leben der jüdischen Bevölkerung Osteuropas


Niederzissen. Einen humorvoll-heiteren Nachmittag erlebten jetzt die Besucher bei einer interessanten Lesung in der ehem. Synagoge Niederzissen. Schmunzelnd und lachend folgten sie den Geschichten aus Kasrilewke, die Gernot Jonas aus Andernach/Namedy, mal einfühlsam, mal selbst dabei lachend, vortrug. Wie kein anderer, weiß Gernot Jonas die von Sholem Alejchem verfassten Geschichten vorzutragen, die er selbst aus dem Jiddischen übersetzt hat. Mit den Kasrilewker Geschichten, die er teils auch in Jiddisch und mit russischen und hebräischen Begriffen vortrug, entführte er die Zuhörer in die Welt der „Kasriels“. Das sind, so formuliert es Alejchem, elende Schlucker, Habenichtse, Rumtreiber, Bettler und Hungerleider, die zugleich herzensgute und unkonventionelle, sowohl traditionsverhaftete, als auch abergläubische Menschen.

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"Da gibt es die Konfrontation mit goischen, nicht jüdischen russischen Autoritäten und Verwicklungen in allerhand Komplikationen und Schamützel. Sholem Alejchem beschreibt in seinen Büchern „Damals in Kasrilewke“ und „Panik im Schtetl“, wie die jüdische Bevölkerung in seiner Heimat im russischen Zarenreich Ende des 19. Jahrhunderts lebte und durch Geschick versuchte, zu überleben. Er machte sich mit seinen Geschichten selbst zum Teil der Welt, die er schildert. Aufgrund von Pogromen emigrierte er 1905 in die USA, kehrt aber 1907 enttäuscht zurück nach Europa, um 1914 erneut in die USA zu gehen, wo er gut ein Jahr später im jüdisch geprägten New York starb.

Einst für die jüdische Bevölkerung der USA geschrieben, damit sie das Leben der osteuropäischen Juden kennen lernen, steigerte sich die Beliebtheit seiner Werke weltweit. So erlebten die Besucher in der ehem. Synagoge Niederzissen, wie zum Beispiel der Schachspieler Rubin Rubinstein durch allerlei Wirrungen und Irrungen, Gerüchte und Mutmaßungen, ohne sein Zutun bis zum Zar geführt wurde oder der Makler Sholem- Schachne es nicht schaffte, pünktlich zum Pessachfest zu Hause zu sein, obwohl er telegrafiert hat, pünktlich zu sein mit der Betonung durch das Wort „zweifelsohne“, was ihm bei seiner Frau zum Verhängnis wurde.

In einem Zwiegespräch gemeinsam mit seiner Frau, setzte Jonas zum Ende des fast zweistündigen Programms mit der Geschichte um „ein Omelett wie bei den Reichen“ einen viel beklatschten Schlusspunkt.

Grundeinkommen für alle: Viele Infos in Niederzissen

Soziale Ausstellung zeigt, wie diese Idee in Namibia ein ganzes Dorf verändert hat

Von unserem Mitarbeiter Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Die Idee ist faszinierend, das daraus erwachsene Projekt beeindruckend: ein Grundeinkommen für alle, wobei dessen Bezug an keinerlei Bedingung geknüpft ist. In Otjivero-Omitara, einem Dorf in Namibia, wurde die Idee umgesetzt. Eine Fotoausstellung, die schon in zahlreichen deutschen Städten unterwegs war und jetzt in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen eröffnet wurde, bilanziert die Unternehmung und schürt gleichzeitig ein wenig Hoffnung.

„An manchen Tagen haben wir gar nichts zu essen, dann legen wir uns einfach so schlafen und stehen wieder auf, ohne zu essen“, sagte Emilia Garises, eine Frau aus Otjivero-Omitara, im Juli 2007. Fünf Jahre zuvor hatte eine namibische Regierungskommission ein Basic Income Grant (BIG), also ein steuerfinanziertes Grundeinkommen, vorgeschlagen. Eine breite Koalition aus Kirchen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Aids-Hilfe-Projekten und zwei Sozialforschungsinstituten bildete sich, um die Idee zu verwirklichen.

Doch die namibische Regierung konnte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Aber die BIG-Koalition handelte und beschloss ein zweijähriges Pilotprojekt in Otjivero-Omitara: Alle Einwohner unter 60 Jahre erhielten in den Jahren 2008 und 2009 ein bedingungsloses Grundeinkommen von 100 Namibiadollar pro Monat (etwa 10 Euro). Finanziert wurde das Projekt von kirchlichen Organisationen, Aktionsgruppen und Einzelpersonen.

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Die Vertreter der Bonner Initiative Grundeinkommen zusammen mit den Gastgebern aus dem Brohltal: Rolf Hans (von links), Richard Keuler, Ulrich Buchholz, Manfred Rubba, Gernot Reipen, Günter Pohl und Johannes Bell. Foto: Hans-Willi Kempenich

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Renommierter Preis für Autorin aus Niederzissen

Feierstunde Ehrung für Brunhilde Stürmer und Brigitte Decker – Buch zur jüdischen Geschichte

Von unserem Mitarbeiter Hans-Willi Kempenich

Niederzissen. Brunhilde Stürmer aus Niederzissen wird für ihre Erinnerungsarbeit zur Geschichte der Juden im Brohltal mit einem der renommiertesten Preise für dieses Arbeitsfeld ausgezeichnet: dem Obermayer German Jewish History Award. Das gab Staatssekretär Salvatore Barbaro vom rheinland-pfälzischen Kultusministerium im Beisein hochrangiger Gäste anlässlich der Vorstellung eines Buches bekannt, das Brunhilde Stürmer zusammen mit Brigitte Decker geschrieben hat (die RZ berichtete).

In dem 328-seitigen Werk mit dem Titel „Ein langer Weg“ hat sie ihre fast 40-jährige Forschungsarbeit zusammengefasst und die Geschichten der Brohltaler Judenfamilien sehr tief gehend erzählt. Im Januar wird die engagierte Heimatforscherin und Autorin nach Berlin reisen, um die hohe Auszeichnung entgegenzunehmen.

Den Stellenwert des Buches unterstreicht nicht zuletzt die Anwesenheit von mehr als 20 Nachkommen Niederzissener Judenfamilien aus Mexiko, USA, Israel und den Niederlanden bei der eindrucksvollen Feierstunde in der Erinnerungs- und Gedenkstätte ehemalige Synagoge. An ihrer Spitze Harvey Berger aus San Diego, der Enkel des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde Niederzissen. „Ohne Brunhilde wüssten wir nicht nur wenig darüber, was unseren Vorfahren geschehen ist, sondern wir wüssten auch wenig über noch lebende Verwandte. Sie hat nicht nur geholfen, die Geschichte der Verstummten zu bewahren, sondern auch die Nachfahren aus allen Teilen der Welt zu vereinen. Ohne Brunhilde wüsste ich nicht einmal, dass sie existieren“, sagte der Gast aus Kalifornien, der auch schon zur Einweihung des Gebäudes im Jahr 2014 nach Niederzissen gekommen war.

buchvorstellung

In feierlichem Rahmen wurde das Buch über die Geschichte der Juden im Brohltal vorgestellt. Mit dabei waren neben vielen weiteren Gästen Rolf Hans (von links), Johannes Bell, Abraham Lehrer, Jürgen Pföhler, Brunhilde Stürmer, Salvatore Barbaro, Brigitte Decker, Harvey Berger, Norbert Wagner und Reinhard Wolff. Foto: Hans-Willi Kempenich

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