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Vergangenes und alltägliches jüdisches Leben erkundet

Katholische und evangelische Besuchergruppe in ehem. Synagoge

Niederzissen. Angeregt durch den ersten Besuch im vergangenen Jahr, weilten jetzt erneut katholische Theologiestudenten aus Lantershofen in der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Sie wurden begleitet von der Bibliothekarin des Studienhauses, Frau Boos, die auch den Besuch arrangiert hatte. Der diesjährige Schwerpunkt der Besichtigung lag in der intensiven Auseinandersetzung mit den Fakten der Ausstellung „Tagein und Tagaus“ über das Leben der ehemals großen jüdischen Gemeinde Niederzissen sowohl im alltäglichen Leben, als auch im Rahmen der religiösen Fest- und Gedenktage nach dem jüdischen Kalender. Es ist eine Besonderheit des Niederzissener Museums, dass dies durch die vom Dachboden geborgenen Funde eindrucksvoll belegt und durch Archivmaterial ergänzt wird. Mit modernen religiösen und profanen Ausstellungsstücken wird der Bogen von der Geschichte bis zum heutigen, aktuellen jüdischen Leben gespannt. So wird auch an Beispielen gezeigt, wie die Nationalsozialisten gewaltsam versuchten, alles jüdische Leben zu löschen, und wie anderseits nach dem Zweiten Weltkrieg wieder jüdisches Leben in Deutschland entstand mit heute lebendigen Gemeinden.

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VdK Antweiler besucht ehemalige Synagoge und jüdisches Museum

Antweiler. Im Rahmen eines Ausfluges in die Ferienregion Brohltal/Laacher See besuchte der VdK Antweiler mit einer 37-köpfigen Gruppe kürzlich die ehemalige Synagoge und das jüdische Museum in Niederzissen. Vor dem historischen Gebäude wurden die VdK-Mitglieder von Richard Keuler, dem Vorsitzenden des Kultur- und Heimatvereins, begrüßt, der sodann im Innern die Geschichte der ehemals großen jüdischen Gemeinde Niederzissen und des Synagogengebäudes erläuterte. Daran anschließend führte er, unterstützt durch Vorstandsmitglied Gisela Reichrath, die Besucher durch die Ausstellung „Tagein – tagaus“ mit Dachbodenfunden im Nebenraum des inzwischen 175 Jahre alten Synagogengebäudes

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Foto: privat

Rhein-Zeitung Kreis Ahrweiler vom Donnerstag, 13. Oktober 2016, Seite 14

Stimmungsvoller Festakt zum 175. Geburtstag

Jubiläum Niederzissener Heimatverein und Gäste gedachten der ehemaligen Synagoge

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Niederzissen. Mit einem sehr stimmungsvollen und anrührenden Festakt hat der Kultur- und Heimatverein Niederzissen am Sonntag dem Jubiläum „175 Jahre Synagogengebäude Niederzissen“ gedacht. Bürger, Vereinsvertreter, Gäste aus Politik, Religion und Wirtschaft, aber auch einige Nachfahren ehemaliger Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Niederzissen hatten sich eingefunden, um der Feierstunde in der Synagoge auch noch eine gemütliche Begegnung im Festzelt auf der anderen Straßenseite folgen zu lassen.

„Es war eine schwere Geburt“ – mit diesen Worten fasste Richard Keuler, Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins, die nicht unproblematische Entstehungsgeschichte der Begegnungs- und Erinnerungsstätte Ehemalige Synagoge Niederzissen zusammen. Er sagte weiter: „Heute haben wir uns hier versammelt, um an die Geschichte dieses Hauses zu erinnern. Aber nicht nur das: Wir sind auch hier, um zu feiern, und wir haben seit vier Jahren auch guten Grund dazu.“

Ganz ähnlich sahen dies die Ehrengäste der Veranstaltung. Wie vor ihr schon Niederzissens Ortsbürgermeister Rolf Hans spendete Staatssekretärin Heike Raab von der Mainzer Staatskanzlei viel Lob und Glückwünsche für das ehrenamtliche Engagement des Kultur- und Heimatvereins. Mit Blick auf die Begegnungs- und Erinnerungsstätte sagte sie: „Das hat sich wirklich sehr gelohnt.“ Aber die Staatssekretärin blickte auch auf das dunkle Kapitel der Synagogengeschichte zurück: Die 175 Jahre markierten eine Zeitspanne, in der die jüdische Gemeinde von Niederzissen ihre Zerstörung erfahren musste. Dies seien eine „schreiende Lücke und ein großer Verlust“, so Raab. Das Synagogen-Jubiläum wiederum begriff sie als Chance für das kulturelle Leben und gemeinschaftliche Zusammenleben in Niederzissen. „Was hier im Kleinen geschieht, das stärkt unseren Frieden in Europa“, formulierte sie

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Das Gebäude der ehemaligen Synagoge in Niederzissen ist jetzt 175 Jahre alt. Der Kultur- und Heimatverein gedachte dem Jubiläum mit einem stimmungsvollen Festakt (am Mikrofon Staatssekretärin Heike Raab).Foto: Uwe Sülflohn

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175 Jahre Synagoge Niederzissen

Jubiläumsfeier mit The Klezmer Tunes eröffnet

Niederzissen. Am Vorabend der offiziellen Jubiläumsfeier hatte der Niederzissener Kultur- und Heimatverein zu einem Klezmerkonzert der Extraklasse eingeladen. Die Mitglieder der Kölner Gruppe The Klezmer Tunes Dimitri Schenker, Klarinette, Igor Mazritsky, Violine, und Peter Kowal, Gitarre, zeigten ihr Können als Vollblutmusiker, die die eingängigen Melodien aus der unendlichen Fundgrube der jüdischen Klezmermusik auf ihre spezielle Weise verarbeiten. Das einzigartige Klangbild des Ensembles war auch an diesen Abend durch so unterschiedliche Einflüsse wie Jazz, Funk, Gypsy, Bossa Nova, Tango und Rock’n’Roll geprägt.

Die Musiker nahmen die Besucher, darunter zahlreiche Nachfahren ehemaliger Niederzissener und Burgbrohler Juden, mit auf eine musikalische Reise von der Einweihung der ersten Straßenbahn in Odessa über ganz Osteuropa, den Balkan bis nach Süd- und Nordamerika. Da schwang viel Glen Miller Sound und argentinischer Tango mit.

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